Deine Daten – Zurück an die Quelle

Nun meldet sich die Schreibquelle zum Thema Datenschutzgrundverordnung zu klarem Wort … und es sprudelt 🙂

Keine Sorge – zur Verordnung selbst ist alles gesagt, diese Quelle ist versiegt … dieser Artikel führt an die Quelle der persönlichen Daten zurück – und unserem Umgang damit.

Ich habe mich erstmals im Dezember 2017 intensiv mit diesem Thema beschäftigt, als ich gebeten wurde einen Artikel zu schreiben, der sich an die Verbraucher wendet. Es handelt sich dabei also um jene Menschen, deren Daten von dieser Verordnung geschützt werden sollen.

Mir wurde im Laufe der Recherchen die ganze Tragweite dieses Themas bewusst und der im Grundsatz achtsame Gedanke dahinter.

„Gib auf deine eigenen Daten acht und wenn deiner Ansicht nach jemand anderer nicht sorgsam damit umgeht, bekommst du ein Werkzeug in die Hand, um darauf aufmerksam zu machen“.

So weit, so gut – es ist!

In den Wochen danach durfte ich aus meinem Angebot der „Achtsamen Informationstechnologie“ heraus vorrangig EinzelunternehmerInnen dabei beraten, wie sie die Vorgaben der DSGVO für sich umsetzen können – immer auf der Basis des Vertrauens in das eigene Tun.

Ich beratschlagte und gab weiter, was ich in dieser Situation tun würde, was mein Gefühl war, meine Intuition … doch ich empfahl nicht … das stand mir nicht zu … zu viel an Vermutung und zu wenig an Tatsachen war vorhanden.

Ende April nahm das gesamte Thema Datenschutz eine neue Dynamik an, es entstand ein Feld aus Angst und Panik – gesät wurde von einem Expertentum, das vor allem auf die möglicherweise empfindlichen Strafen hinwies, wenn man sich „nicht an die Verordnung hält“ und „wie groß der Zeitdruck nun schon ist“.

Die ursprüngliche Idee hinter der Verordnung ging mehr und mehr verloren.

Nun braucht Expertentum vor allem eins: Erfahrung als Basis, damit daraus eine Tatsache werden kann. Doch diese Erfahrung kann es noch gar nicht geben, es herrscht Vermutung vor. Das ganze Feld aus Angst und Panik basiert auf Vermutungen.

 

Ich habe mich vor vielen Jahren als Hühnerzüchter versucht, weil das die Voraussetzung für die Pacht eines Kleingartens war. Das Verhalten dieses Angst/Panik-Feldes erinnerte mich an die Hektik im Hühnerstall. Alles rennt in unterschiedliche Richtungen. Frag 3 Experten, du bekommst 3 Antworten.

Ich zog mich aus diesem Feld zurück und ließ los. Was nun kommen sollte, war nicht mehr greifbar. Ich atmete durch und wartete ab.

Zum Beispiel schrieben die Menschen (auch auf Anraten der Experten) DSGVO-Newsletter. Dann veröffentlichten die Betreiber der Newsletter-Applikationen neue Textvorgaben … und ein weiterer Schwall von DSGVO-Newslettern folgte … vom gleichen Absender … mit oft gegenteiligen Aussagen.

Von Google bekam ich für unterschiedliche Services ein knappes Dutzend Mails zu Thema Datenschutz, ich habe zu aufgehört, die Mails zu zählen.

Vor einigen Tagen folgte der nächste Paukenschlag in Form eines Richterspruches in Deutschland. Die Betreiber von Firmenseiten auf dem Sozialen Netzwerk Facebook sind für die Inhalte, die sie posten, mitverantwortlich …

… JA, NATÜRLICH SIND WIR DAS, IN ALLER ACHTSAMKEIT 🙂

 

Doch darum geht es in diesem Falle ja gar nicht.

Sehen wir einmal davon ab, dass dieser Richterspruch auf alten Gesetzestexten beruht, nicht auf der DSGVO. Man VERMUTET nun, dass dies auch für die DSGVO gilt. Gibt es Erfahrungen dazu? Nein, die gibt es nicht.

Es geht darum, was mit den Reaktionen auf das Posting passiert, nämlich mit den Likes und Kommentaren.

Die Betreiber von Facebook basteln Statistiken („Was wurde mit dem Posting erreicht?“), die sie den Seiten-Betreibern als kostenfreie Dienstleistung zur Verfügung stellen. Das ist doch eigentlich nett!

Doch ganz offensichtlich tun sich noch mehr damit und genau DAS sollen wir nun mitverantworten, ohne wirklich zu wissen, was es ist. Ich möchte hier ein bischen #bewusstmachen: die Zeichen sind deutlich, dass die Daten an Werbetreibende weitergegeben werden. Hier gibt es bereits Erfahrungswerte und Teil-Eingeständnisse von Facebook selbst.

Wir, die Seiten-Betreiber, nehmen dieses Thema in dem Moment an, wenn wir uns wieder in das Feld von Angst und Panik hineintreiben lassen – ohne wirklich zu wissen. Die aktuelle Aussage der Experten ist nämlich: nimm deine Facebook-Seite vom Netz und warte ab. Es handelt sich dabei wieder um eine Vermutung. Gibt es bereits Erfahrungen dazu? Nein, die gibt es auch hier nicht.

Was tue ich nun? Was ist MEIN Gefühl dazu?

Ich teile meine Texte gerne, werde es weiter tun. Ich benötige diese Statistiken nicht, werde sie deaktivieren, sobald es die Möglichkeit dazu gibt.

Ich poste nicht aus dem Antrieb heraus, Likes und Kommentare zu sammeln. Ja, ich freue mich darüber und trete gerne in den Austausch mit anderen Menschen. Doch Ihr, die ihr euch nun angesprochen fühlt, könnt mir auch gerne eine E-Mail mit eurer Rückmeldung schicken – direkt an wolfgang@schreibquelle.net. Dann kann ich auch auf eure persönlichen Daten achten, ich habe mir die Möglichkeiten dazu geschaffen, das habe ich im Griff.

Es beginnt in uns!

Ich stehe gerne mit Rat und Tat zur Verfügung – ab jetzt!


Anmerkung:

Bei Interesse schicke ich dir gerne den Artikel zu, der zu Beginn dieses Postings erwähnt wurde, bitte um E-Mail an: wolfgang@schreibquelle.net

Mein Angebot zur Achtsamen Informationstechnologie findest du hier: https://www.wolfgang-lugmayr.net/achtsame-informationstechnologie/

Wer ist Wolfgang Lugmayr? Eine Antwort findest du hier

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